Druidenseele - Revenants

Traum-Panda

Rezension vom BluestoneBlog:

 

Kelten, ihre Mythologie und eine Autorin, die exakte Recherche mit ihrer ganz eigenen Fantasy-Geschichte verbindet, mehr brauchte es nicht um mich zu überzeugen. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Doch eins nach dem anderen.

Ein Blickkontakt in einer Bar soll ihr Leben vollkommen verändern. Schon bald lernt sie Tiw, den Mann mit den grünen Augen, kennen. Er nennt sie Niall, die feurige Kämpferin, und aus ihrer Perspektive erleben wir nun das weitere Geschehen. Ihre Neugier übersteigt jedes warnende Wort von Tiw und so findet sie schon bald heraus, dass er wie auch seine Freunde nicht von hier stammen. Sie sprechen eine Sprache, die sie nicht kennt: Gälisch. Eine alte Sprache, ehemals gesprochen von den Kelten in Irland.

Sie sind keine Menschen mehr, sie sind Revenants, Schatten alter Leben, die ihre Sühne zahlen müssen. Niall wird in eine Welt voller Magie, Auren, Götter, aber auch Gefahren gezogen. Mit ihrer Liebe Tiw an ihrer Seite stellt sie bald fest, dass sie viel besser in die Welt passt, als ihr bewusst ist.

 

Diese Liebe zwischen Tiw und Niall soll auch lange im Mittelpunkt der Handlung stehen. Als würden sie sich schon ewig kennen, kommen sich beide schnell näher und sind bald kaum noch voneinander zu trennen. Von ihren anfänglichen, mehr oder weniger zufälligen Treffen bis hin zu Anam Cara beschreibt sie schön die immer stärker werdenden Gefühle der beiden und ihr Leben miteinander, aber auch die Neugier Nialls über Tiws und ihre eigene Vergangenheit. Denn die Bindung der beiden lässt sie langsam sehen, woher sie kommt und was es mit ihrer eigenen Seele auf sich hat.

 

Gedanken und Gefühle nehmen in dieser Geschichte eine ganz eigene Rolle ein. Sie sind nicht nur ein Begleiter der voranschreitenden Handlung, sondern als Teil der Seele ein zentrales Element und von viel größerer Bedeutung. Tina legt daher auch einen großen Wert auf ihre Beschreibung und in Kombination mit der Aura erschafft sie sehr schöne und leicht vorstellbare Bilder der eigentlich unsichtbaren Gedanken und Gefühle. Immer wieder konnte sie mich damit faszinieren und meine Fantasie noch einmal anregen. Darüber hinaus verstärkt sie damit das Mythische dieser Geschichte gekonnt.

 

Genau diese Mythologie kommt auch gut hervor. Man merkt die Recherche von Tina allein schon an dem Einsatz der gälischen Sprache. Sie unterstreicht damit schön die Herkunft der Revenants, aber wird auch Niall immer wichtiger. Auch wenn man beim Lesen nicht immer weiß, wie man es aussprechen soll, so ist es doch umso schöner Worte wiederzuerkennen und zu erfahren, was es mit der alten Sprache auf sich hat und einen Einblick zu gewinnen. Wie viel Recherche tatsächlich hinter der Reihe steckt, kann man auf Tinas Blog erfahren, den ich weiter oben verlinkt habe. Da ich selbst ein großer Fan von Geschichte und Mythologie bin, hat das besonders mein Interesse geweckt und mich dazu gebracht, mehr darüber erfahren zu wollen. Im Genre der historischen Fantasy ist Tina damit ein schönes Vorbild.

Einige Tipp- oder Rechtschreibfehler mindern leider minimal das Bild, da sie bei so einer schön erzählten Geschichte eigentlich nicht sein müssen. (Eine aktualisierte und korrigierte Version ist nun auf Amazon erhältlich, die ich aber nicht gegengelesen habe) Nach einem Wendepunkt der Handlung kommt dann eine Entscheidung, oder Entwicklung, die ich zwar so nachvollziehen kann, jedoch zu schnell fand und ich ein wenig von Niall als Person enttäuscht war. Doch beides tut dem Gesamtwerk keinen Abbruch. Es liest sich wunderbar flüssig und bleibt bis zum Ende spannend, nachdem es einmal in Fahrt gekommen ist. Nach dem Wendepunkt wird die Geschichte noch einmal um eine neue Facette erweitert und ich bin gespannt, wie diese im nächsten Band zu tragen kommt.

 

Ein schöner erster Band rund um Mythologie, Gefühle und Gedanken endet und ich freue mich schon auf die zwei noch kommenden.

4.4 Sterne bei 14 Bewertungen

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